Medizinethische Fragen im Zusammenhang mit KI

Ein Artikel eines Psychiaters in der Schweizerischen Ärztezeitung beschreibt Chancen und Risiken von KI in der Medizin. KI kann Diagnostik, Therapie, Prävention und Forschung wirkungsvoll unterstützen. Gleichzeitig betont der Autor, dass Medizin mehr ist als Technik: Zentral bleibt die therapeutische Beziehung zwischen Fachperson und Patient:in.

Wird KI unkritisch eingesetzt, drohen Vertrauensverlust, Verzerrungen durch fehlerhafte Daten und eine Schwächung des persönlichen Dialogs. Insbesondere subjektive Erfahrungen von Patientinnen und Patienten – etwa Angst, Hoffnung oder Suizidgedanken – können von Algorithmen nicht angemessen erfasst werden. Deshalb darf KI die menschliche Begegnung nicht ersetzen.

Der Artikel hebt zudem ethische Fragen hervor: KI kann keine Verantwortung übernehmen. Diese bleibt immer bei den handelnden Menschen. Wichtig sind auch Datenschutz, Vertraulichkeit und Transparenz bei der Nutzung sensibler Gesundheitsdaten.

Gefordert wird ein kritisches Methodenbewusstsein: Gesundheitsfachpersonen sollen KI-Tools laufend reflektieren und ethische Prinzipien in Ausbildung und Praxis stärker verankern. KI soll die Medizin unterstützen, nicht deren menschlichen Kern verdrängen.

https://www.fmh.ch/politik-medien/schweizerische-aerztezeitung/ausgabe-27/ausgabe-27-ethik-in-der-med.cfm